04. NOVEMBER 2022

Goldene Umweltschiene verliehen

Führungskräfteverband der Bahnen zeichnet Bahnhofsmissionen mit Umweltpreis aus.

(Berlin) Der Berufsverband Führungskräfte Deutscher Bahnen hat den Bahnhofsmissionen die Goldene Umweltschiene 2022 verliehen. Der Verband würdigt damit die ehrenamtliche soziale Arbeit der Bahnhofsmissionen an den Bahnhöfen und insbesondere deren Einsatz bei der Hilfe für Geflüchtete aus der Ukraine. Mehr...Der renommierte Preis wird seit 1989 an Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens verliehen, die sich um den Schienenverkehr verdient machen. Überreicht wurde die Auszeichnung vom Vorsitzenden des Verbandes Wilfried Messner an die beiden Bundesvorsitzenden der Bahnhofsmission Prof. Dr. em. Bruno Nikles und Diakoniepräsident i.R. Pfarrer Klaus Dieter Kottnik.


Laudator Martin Seiler, Vorstand Personal und Recht der Deutschen Bahn AG, dankte den Bahnhofsmissionen im Namen des gesamten Vorstandes für ihr Engagement und betonte die große Wertschätzung und Unterstützungsbereitschaft, die der Bahnhofsmission von Seiten der Bahn entgegengebracht wird. Er verwies dabei auf die großen sozialen und ökologischen Herausforderungen vor denen die Gesellschaft derzeit stehe: „Wenn es die Bahnhofsmissionen nicht schon gäbe, müsste man sie in diesen Zeiten erfinden,“ so Seiler.


Sozial- und Verkehrspolitik miteinander verbinden
Auch Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene gratulierte und spannte in seinem Grußwort den Bogen von verkehrspolitischen Fragen über den Klimaschutz hin zur Sozialpolitik. Der Schienenverkehr sei für die Menschen gemacht und nicht umgekehrt. Deswegen sei es ihm ein persönliches Anliegen gewesen, mit der Bahnhofsmission eine sozialpolitische Stimme für die Allianz pro Schiene zu gewinnen.

 

Der Bahnhofsmissions-Vorsitzende Nikles dankte in seiner Erwiderung für die Verleihung des Preises. Er hob die Unterstützung hervor, die den Bahnhofsmissionen schon seit ihrer Gründung im ausgehenden 19. Jahrhundert von Seiten der Bahn entgegengebracht werde und über die Jahre immer spürbar gewesen sei. Nikles nutzte die Gelegenheit, für eine soziale Verkehrspolitik zu werben, die auch benachteiligten und gehandicapten Menschen ermögliche, den Schienenverkehr gleichberechtigt zu nutzen. Die Bahnhofsmissionen helfen Reisenden mit Assistenzbedarf beim Ein-, Aus- und Umstieg und begleiten immer häufiger auch während der Reise im Zug.

 

Orte für Begegnung und Gemeinschaft schaffen
Prof. Dr. Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung, wies in ihrem Festvortrag auf die zunehmende Gefährdung des sozialen Zusammenhalts durch gesellschaftliche Segregations- und Spaltungsprozesse hin. Es brauche mehr Orte, an denen Begegnung und ein Gemeinschaftserleben über soziale Grenzen hinweg möglich sind. Bahnhofsmissionen mit ihrem Credo der Offenheit für alle seien solche Orte, von denen es in Zukunft noch viel mehr brauche.

 


 
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