8. JUNI 2011

Blaue Weste, bunter Alltag

Qualifizierte Ehrenamtliche stehen für verlässliche Hilfe

BIELEFELD. „Wenn ich die blaue Weste anhabe, wissen die Leute, dass sie zu mir kommen können. Und was gibt es Schöneres, als zu helfen“, sagt Ismail Cinar mit leuchtenden Augen. Mit seiner Begeisterung ist der 23-Jährige nicht allein. Die 66-jährige Annegret Spilker nickt: „Diese Aufgabe erfüllt mich mit Freude.“ Die beiden arbeiten ehrenamtlich in der Bahnhofsmission Bielefeld, in einem Team, das so bunt ist, wie die Aufgaben rund um den  Hauptbahnhof.

Die blaue Weste macht’s. Sie ist in ganz Deutschland so etwas wie das Erkennungszeichen für freundliche und verlässliche Hilfe am Bahnhof geworden. Die Menschen vertrauen den Mitarbeitenden nicht nur, wenn es um Hilfe beim Reisen geht. In der Bahn-hofsmission Bielefeld gehen täglich rund 70 Menschen ein und aus, von denen die Hälfte ganz andere Unterstützung braucht: kaputte Kleidung, Verletzung oder Diebstahl ha-ben ihren Tag durcheinandergebracht, Sucht, Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Wohnungslosigkeit ihr ganzes Leben entgleisen lassen.

Auf Augenhöhe
„Hier werde ich immer auf Augenhöhe behandelt“, sagt Christina Schremmer und man spürt, wie wichtig ihr das ist, weil das in ihrem Leben nicht immer so war. „Zu den Mitarbeitern kann ich mit meinen ganzen Problemen kommen und habe nie das Gefühl, dass ich mich schämen muss.“ Doch die 59-Jährige findet hier nicht nur einen Ort, wo sie über ihre psychischen Probleme reden kann und wo sie Butterbrote bekommt, wenn das Geld knapp wird. Die Mitarbeiter der Bahnhofsmission vermitteln ihr auch weiterführende Unterstützung, suchen den richtigen Weg durch den Dschungel der sozialen Hilfeangebote der Stadt.

Annegret Spilker ist schon seit fünf Jahren dabei. Die Rentnerin ist am liebsten für die Bahnhofsmission Mobil unterwegs. Sie begleitet Kinder und Menschen mit Behinderung, die nicht alleine reisen können, nicht nur am Bahnhof, sondern während der ganzen Fahrt. Ihre Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass alles reibungslos läuft. Koffer tragen muss sie nicht. „Das Reisen mit den Kindern ist einfach super. Es macht mir Spaß, mich mit ihnen zu unterhalten oder gemeinsam Spiele zu spielen.“

Aufgeschlossen gegenüber anderen
Alle Mitarbeitenden werden je nach ihren persönlichen Stärken eingesetzt. Für ihre an-spruchsvollen Aufgaben werden sie umfangreich qualifiziert, bekommen in Schulungen die dafür nötigen fachlichen und sozialen Kompetenzen vermittelt. Ismail Cinar ist gerne im Bahnhof unterwegs. Er hält Ausschau danach, wo Menschen Hilfe brauchen, und spricht sie dann freundlich an. Diese Aufgeschlossenheit gegenüber anderen ist eine wichtige Voraussetzung für die Arbeit bei der Bahnhofsmission.

Neben zwei Hauptamtlichen arbeiten in Bielefeld insgesamt 26 Ehrenamtliche bei der Bahnhofsmission, die in Trägerschaft des Ev. Gemeindedienstes im Johanneswerk und der Caritas ist. Damit gibt es meist genügend helfende Hände, um die Arbeit zu tun. Das ist aber nicht in allen der 100 Bahnhofsmissionen in Deutschland der Fall. Vielerorts werden dringend engagierte Frauen und Männer gesucht, die die wichtige Arbeit unter-stützen. Wer Interesse hat, der kann sich vor Ort bei seiner lokalen Bahnhofsmission melden. Adressen und Telefonnummern stehen unter: www.bahnhofsmission.de


 
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