12. APRIL 2012

Einer halben Million Menschen geholfen

MAGDEBURG (pbm). Die Bahnhofsmission Magdeburg hat ihr 20-jähriges Bestehen am Mittwoch mit einem Gottesdienst mitten im  Hauptbahnhof gefeiert. Rund 80 Menschen waren der Einladung in die Halle gefolgt und beteten und sangen zwischen Buchladen und Bäckertheke.

Bischof Gerhard Feige, der den Gottesdienst mit dem evangelischen Regionalbischof Christoph Hackbeil leitete, sieht in der Bahnhofsmission Magdeburg „weit mehr als nur einen Begleiter Reisender“. Die Einrichtung sei heute ein Ort wichtiger sozialer Hilfe, an dem jährlich 38.000 Menschen betreut, begleitet und an soziale Einrichtungen der Stadt vermittelt würden. Reisende fänden dort ebenso Hilfe und menschliche Wärme wie Obdachlose und andere Menschen am Rand der Gesellschaft. Laut Feige ist die Bahnhofsmission für viele „ein Stück Familie an der Bahnsteigkante“ und aus dem Alltag des Magdeburger Bahnhofs nicht mehr wegzudenken. Regionalbischof Hackbeil betonte in seiner Ansprache besonders die ökumenische Zusammenarbeit der Kirchen für die Bahnhofsmission. Sie sei ein Segen für alle, die dorthin kämen, aber auch für die Christen der verschiedenen Kirchen selbst.

Die Magdeburger Bahnhofsmission zählt mit ihren nunmehr 20 Jahren bundesweit zu den eher jungen Einrichtungen dieser Art. Während richtig alte Bahnhofsmissionen in Deutschland auf mehr als hundert Jahre zurück blicken, wurde es in Ostdeutschland erst mit dem Ende der DDR wieder möglich, diese Hilfseinrichtungen zu gründen. Vielerorts tragen heute – so wie in Magdeburg - katholische und evangelische Christen die Bahnhofsmissionen gemeinsam. In Sachsen-Anhalt gibt es diese Anlaufstellen in Halle, Bitterfeld, Dessau und Halberstadt; die jüngste, sie befindet in Stendal, hat ihre Arbeit erst mit Beginn dieses Monats aufgenommen.

Die Notwendigkeit dieser „Anlaufstellen für Reisende und sozial Benachteiligte“ steht für die Leiterin der Magdeburger Bahnhofsmission Adelheid Bornholdt nicht in Frage. Sie sei in den letzten Jahren sogar gewachsen. Seitdem habe sie es immer häufiger auch mit psychisch Kranken zu tun. Bornholdt vermutet, dass die Menschen vor allem Perspektiv- und Hoffnungslosigkeit empfinden. Bei der Bahnhofsmission suchten sie Rat und Hilfe. Seit dem Start der Magdeburger Bahnhofsmission haben deren Mitarbeiter laut Bornholdt, die von Anfang an dabei ist, mehr als einer halben Million Menschen geholfen.
[Bistum Magdeburg, Lazar/Fotos unter: www.bistum-magdeburg.de]


 
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