3. MAI 2012

Keine Praxisgebühr für Menschen in Armut

BERLIN. Aus Anlass der Debatte im Deutschen Bundestag zur Praxisgebühr erneuert der Deutsche Caritasverband seine Forderung nach einer Abschaffung der Praxisgebühr für Menschen in Armut.


"Die Einführung der Praxisgebühr hat dazu geführt, dass Menschen, die arm sind, Arztbesuche aufschieben oder vermeiden. Für diese Gruppe muss die Praxisgebühr abgeschafft werden", macht Caritas-Präsident Peter Neher deutlich.

So sei deutlich geworden, dass das Ziel einer steuernden Wirkung durch die Praxisgebühr verfehlt worden sei. Untersuchungen zeigten, dass gut Verdienende genauso oft zum Arzt gingen wie vor der Einführung der Praxisgebühr. Gleichzeitig würden sich aber Menschen, die im Hartz-IV-Bezug leben oder nur über geringe Einkommen verfügen, sehr genau überlegen, ob sie diese zehn Euro zahlen könnten. "Auch wenn für diese Gruppen entsprechende Befreiungsregeln bestehen, führen die geringen finanziellen Ressourcen dieser Menschen dazu, jede Ausgabe genau zu überlegen. Und das kann dazu führen, dass trotz Krankheit der Arztbesuch vermieden wird mit der Folge, dass Krankheiten verschleppt oder gar chronisch werden", so Neher.

Darüber hinaus sei es richtig, über die grundsätzliche Abschaffung der Praxisgebühr zu diskutieren. "Sie muss sofort abgeschafft werden für Bezieher von Arbeitslosengeld II und Grundsicherung. Darüber hinaus brauchen wir dann wahrscheinlich für alle Versicherten eine Alternative zur Praxisgebühr, welche die erforderlichen Mittel zur Finanzierung des gemeinsamen Gesundheitssystems unbürokratischer organisiert", macht Neher deutlich. [Deutscher Caritasverband]


 
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