22. MAI 2012

Katholikentag Mannheim: Massive Präsenz der Bahnhofsmission am Hauptbahnhof

MANNHEIM. Mit 50 Einsatzkräften täglich bewältigte die Mannheimer Bahnhofsmission den Ansturm auf dem 98. Deutschen Katholikentag in Mannheim. „Ohne die  tatkräftige Unterstützung durch die benachbarten Stationen wäre das nicht machbar gewesen. Aber auch unsere eigenen ehrenamtlichen Kräfte waren zum Großteil fünf Tage hintereinander im Einsatz. Wir konnten uns 100-prozentig auf sie verlassen“, beschreibt Birgit Fischer, Leiterin der Bahnhofsmission Mannheim, das Rezept für ihren Erfolg.

Das Konzept der Mannheimer war durchaus ehrgeizig: Auf jedem Gleis standen zwei Helferinnen oder Helfer für spontane Einsätze beim Ein- oder Ausstieg bereit. Ungefähr acht Leute waren ständig in der Bahnhofsmission. Zu tun gab es bis spät in die Nacht hinein. Menschen mit Handicaps wurden von den Maltesern bis zur Auffahrt am Eingang der Bahnhofsmission gefahren, von den Bahnhofsmissionaren übernommen und zum Zug gebracht. „Die Kooperation mit den Maltesern klappte hervorragend“, freut sich die Verantwortliche. „Wir hatten schon lange vor dem Termin klare Absprachen getroffen. Das hat sich bewährt.“ Ein besonderer Service der Bahnhofsmission für die Kirchentagsbesucher war die kostenlose Gepäckaufbewahrung in einem Zelt neben der Bahnhofsmission. „Der Ansturm am Sonntag zum Abschlussgottesdienst war eine echte logistische Herausforderung. Da kamen wir an unsere Kapazitätsgrenzen. Das Zelt war bis auf den letzten Lagerplatz gefüllt. Letztlich haben wir aber auch diesen Endspurt bewältigt und jedes Gepäckstück hat zu seinem Besitzer zurückgefunden.“, bemerkt Fischer stolz.

Das Bahnhofsmissionsblau leuchtete in Mannheim nicht nur durch die Westen der Diensthabenden. Schildern mit Bahnhofsmissionslogo und Pfeil wiesen fast von jeder Stelle aus auf die Bahnhofsmission. Wem das nicht reichte, um auf die Bahnhofsmission aufmerksam zu werden, der stolperte im Eingangsbereich fast über sie. Dort gab es – unübersehbar direkt in der Halle beim Haupteingang – den Bahnhofsmissionsstand mit Infos, Stadtplänen und Bahnhofsmissionsbonbons. Diese weithin sichtbare Präsenz der Bahnhofsmission war Roland Knüppel, dem ehemaligen Leiter der Bahnhofsmission und neuen Ehrenamtlichen, besonders wichtig: „Es war auf jeden Fall die richtige Entscheidung, dass wir uns auf den Bahnhof konzentriert haben. Da erleben die Besucher die Bahnhofsmission in Aktion und erfahren uns als hilfsreich. Das sagt mehr als Worte und Flyer.“

Wiederbegegnen konnte man auch der Band Lewczuk³, die viele vom Gottesdienst der Bahnhofsmission auf dem Ökumenischen Kirchentag 2010 kennen. Sie rahmte ein einstündiges Programm der Bahnhofsmission auf der Bühne vor dem Hauptbahnhof ein. Zwischendurch wurden durch Interviews Informationen über die Bahnhofsmissionsarbeit eingestreut. Mit dem anschließenden „Treff am Bahnhofsmissionsstand“ gab die Bundesarbeitsgemeinschaft der katholischen Bahnhofsmissionen in Deutschland (BAG KBM) Raum für Gespräche und Begegnung.

„So eine Veranstaltung“, das weiß Knüppel aus Erfahrung, „stellt man nicht in wenigen Wochen auf die Beine. Denn man greift auf das zurück, was man über Jahre hin aufgebaut hat. Ohne ein funktionierendes Team und gute Kontakte zu allen Verantwortlichen am Bahnhof hat man keine Chance.“

Birgit Fischer freut sich, dass alles so gut geklappt hat: „Der Katholikentag war für die Mannheimer Bahnhofsmission eine absolute Ausnahmesituation. Wir haben alle Kräfte zusammengezogen und viel Unterstützung erfahren. Das schönste ist: Es hat sich gelohnt!“



 
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