7. SEPTEMBER 2012

100 Jahre Bahnhofsmission Darmstadt

DARMSTADT. „Die Bahnhofsmission ist weiblich und zäh – und so begann auch ihr Auftrag“ erklärte Edda Haack, Leiterin des  Diakonischen Werkes Darmstadt-Dieburg, anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Bahnhofsmission Darmstadt. „Frauen und Mädchen, die in der damaligen Zeit vom Land in die Stadt flüchteten, wurden dort empfangen und sollten vor den Unbilden des Lebens geschützt werden“, so Haack.

Hilfe, Unterstützung und Orientierung schon beim Ankommen im Unbekannten waren damals die Ziele der in 1912 entstandenen Arbeit der Bahnhofsmission. Zusammen mit dem Darmstädter Hauptbahnhof blickt die soziale Institution auf 100 Jahre Geschichte und pulsierendes  Leben zurück.

Sozialdezernentin Barbara Akdeniz würdigte die konstante Arbeit und hob hervor: „Die Bami zieht sich nicht auf den Bahnhof zurück, sondern begreift ihren Auftrag als Arbeit im öffentlichen Raum und in der sozialen Infrastruktur. So ist sie dankenswerterweise auch präsent in vielen sozialen Gremien der Stadt.“ Der Bahnhof wird von der Diakonie und ihrer Bahnhofsmission als mehr gesehen als Funktionsort für Verkehr und Wirtschaft. Er ist Eingangstor und auch Verweilplatz der Stadt, Ort des Austausches, des sozialen Miteinanders, des Abschiednehmens und Neubeginns.

„Wird die Bami noch gebraucht?“ offenbarte Dekan Norbert Mander in seiner Glückwunschrede und freute sich, dass er sich vom Nutzen hat überzeugen lassen. „Ohne die alte zuverlässige Dame würde es die neue innovative Tochter, die mobile Bahnhofsmission, nicht geben.“

Martina Crnko, die Beauftragte für Soziales des Rotaract Clubs Darmstadt, überreichte der Bahnhofsmission Darmstadt noch ein besonderes Geburtstagsgeschenk: einen Scheck in Höhe von 1.000 Euro, die die Mitglieder des Clubs im Rahmen ihrer Deutschlandkonferenz für die Bahnhofsmission gesammelt hatten. „Diese großzügige Spende leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung unserer Arbeit. Wir können davon die Versorgung unserer Gäste und Hilfesuchenden weiterhin gewährleisten sowie unsere ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihren Aufgaben und Anforderungen weiterqualifizieren“, freuten sich die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen Nicole Frölich, Sandra Wiedemann und Jessica Schmitt bei der Entgegennahme des Schecks.

Die Bahnhofsmission Darmstadt wirkt mit ihrer Arbeit seit hundert Jahren in den gesellschaftlichen Raum hinein. Sie ist gelebte Kirche am Bahnhof, ein Ort diakonischen Handelns, und trägt zu einem friedlichen Zusammenleben im Darmstädter Hauptbahnhof bei. Soziale Begegnung findet statt, Vorurteile werden abgebaut, Menschen erfahren Unterstützung, um ihr Leben selbstbestimmt gestalten zu können. Die Arbeit der Bahnhofsmission ist so vielfältig wie bunt und definiert sich nicht über eine bestimmte Zielgruppe, sondern über ihren Platz am Bahnhof. Auch leistet die Bahnhofsmission einen wichtigen Beitrag zu sozialer Verantwortung und Solidarität in unserer Gesellschaft, indem ehrenamtliches Engagement ermöglicht wird. [Sandra Wiedemann, Diakonisches Werk Darmstadt-Dieburg]


 
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