4. SEPTEMBER 2013

"Ökumenischer Mut"

Bundesgeschäftsstelle der Bahnhofsmission eröffnet. -

Erste kirchenübergreifende Geschäftsstelle von Caritas und Diakonie.

 

BERLIN. „Wir stehen vor Ihnen in versöhnter Verschiedenheit“, beschrieb der Superintendent des Ev. Kirchenkreises Berlin Mitte, Bertold Höcker, gut gelaunt  die Segnung der neuen ökumenischen Bundesgeschäftsstelle der Bahnhofsmission. Als „ökumenischen Mut“ bezeichnete sein katholischer Kollege Matthias Fenski, Bischofsvikar für Ökumene im Erzbistum Berlin, die Eröffnung der ersten kirchenübergreifenden Bundesgeschäftsstelle im Bereich von Caritas und Diakonie überhaupt.

Die Räume befinden sich in den alten Backsteinbögen des Berliner S-Bahnhofs Jannowitzbrücke – eine Umgebung wie sie passender für die Arbeit der Bahnhofsmission nicht sein könnte. Hier werden die evangelische und die katholische Geschäftsstelle gemeinsam arbeiten. Die neuen Räumlichkeiten bedeuten kurze Wege, Synergien und Einsparungen für das Team der Bundesgeschäftsstelle um Dr. Gisela Sauter-Ackermann (katholische Geschäftsführung) und Christian Bakemeier (evangelische Geschäftsführung).

„Wir würden uns freuen, wenn andere Fachverbände diesem einmaligen Beispiel folgen“, unterstrich Wolfgang Meincke, Referatsleiter Freie Wohlfahrtspflege, die erfolgreiche Zusammenführung. Sein Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt die Bahnhofsmission unter anderem bei der Innenausstattung der Räume. Diese werden von der Deutschen Bahn kostengünstig zur Verfügung gestellt.

In den Bahnhofsmissionen am Gleis leben die Mitarbeitenden den ökumenischen Gedanken bereits seit mehr als 100 Jahren. Auch im Logo sind das pinkfarbene Kreuz für die evangelische und der gelbe Balken für die katholische Bahnhofsmission schon lange vereint. Die Zusammenlegung der katholischen und evangelischen Geschäftsstelle begann vor vier Jahren, als diese jeweils von Freiburg nach Berlin zogen. Gemeinsame Räumlichkeiten in der Hauptstadt waren jetzt der nächste logische Schritt.

Festrednerin Ingrid Stahmer, ehemalige Sozialsenatorin von Berlin, die den Prozess der Zusammenführung begleitet hat, betonte, wie viel Kraft und Energie solch ein Veränderungsprozess koste. „80 Prozent der Fusionen scheitern, weil die Betriebs- und Organisationskulturen nicht zusammenpassen. Schön, dass die Geschäftsstellen der Bahnhofsmission zu den erfolgreichen 20 Prozent gehören und ab jetzt auf einem Gleis mit gemeinsamen Kopfbahnhof unterwegs sind.“


 
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