12. NOVEMBER 2013

Bahnhofsmissionen  praktizieren Willkommenskultur

BERLIN. Wo die meisten Menschen zum Zug eilen oder sich noch eine Zeitung besorgen, wollen Bahnhofsmissionen Orte der Begegnung sein. Zu besonderen Begegnungen kam es auch bei der Vorstellung des Buches „Der Bahnhof. Ort gelebter Kirche“ am Hauptbahnhof Berlin und in der dortigen Bahnhofsmission. „In den Bahnhofsmissionen wird Willkommenskultur in Deutschland gelebt und praktiziert,“ lobte der Caritasbischof Rainer Maria Kardinal Woelki die Arbeit der rund 100 Bahnhofsmissionen bundesweit. Gemeinsam mit Kirchenrätin Susanne Kahl-Passoth von der Diakonie Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Bahnchef Dr. Rüdiger Grube und den Herausgebern präsentierte Woelki das Buch der Öffentlichkeit.

 

Grube bekannte: „Wenn man einmal von der Idee der Bahnhofsmissionen persönlich begeistert ist, gibt man diese Begeisterung wie automatisch weiter.“ Deshalb stehe die Deutsche Bahn zu ihrer Partnerschaft mit der Bahnhofsmission. „Wir möchten da noch sehr viel mehr machen.“


Mit ihrem Buch wollen die Herausgeber Bernd Lutz, Bruno Nikles und Dorothea Sattler im kirchlichen und wissenschaftlich-theologischen Diskurs auf die Bahnhofsmission aufmerksam machen: „Das Buch soll dazu beitragen, die theologische Bedeutung der Bahnhofsmissionen als kirchlicher Dienst an gesellschaftlich eminent wichtigen nicht-kirchlichen Orten zu unterstreichen.“


In Verbindung bleiben und sich gemeinsam auf den Weg machen, diese Grundlagen einer guten Kooperation praktizierten der Kardinal und der Vorstandsvorsitzende der Bahn beim gemeinsamen Gang vom Bahntower durch die Bahnhofshalle in die Bahnhofsmission. Dabei stellten sie fest: Bahn und Bahnhofsmission sind auch dadurch verbunden, dass beide mit bedeutenden Lebensthemen wie Abschied, Ankommen oder Willkommensfreude und großen Gefühlen zu tun haben.


Begegnungen mit den Gästen der Bahnhofsmissionen will auch eine Ausstellung ermöglichen, die ebenfalls heute in der Bahnhofsmission am Hauptbahnhof eröffnet wurde. „Was macht Sie glücklich?“, „Wie finden Sie zur Ruhe?“ und „Woran glauben Sie?“: Paul, Karin und viele andere Gäste und Mitarbeitende der Bahnhofsmission beantworteten Fragen wie diese – ganz ohne Worte, dafür mit Humor und viel Energie. Ihre Ausdrucksformen sind geprägt von ihren persönlichen Lebenswegen, Schicksalen und Überzeugungen. Die Ausstellung ist in der Bahnhofsmission am Hauptbahnhof Berlin bis Ende Januar während der Öffnungszeiten Montag bis Donnerstag 8-21 Uhr und Freitag bis Sonntag 8-22 Uhr zu besichtigen.


Foto: Bahnchef Rüdiger Grube (l.) und Caritasbischof Rainer Maria Woelki vor den Räumen der Bahnhofsmission im Hauptbahnhof Berlin
Foto: Rolf Zöllner


 
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