BAHNHOFSMISSION STUTTGART

Stuttgart 21 – ein Großprojekt für die Bahnhofsmission

Das Projekt Stuttgart 21 ist ein Großprojekt – auch für die Bahnhofsmission vor Ort. Bis zu 5.000 Menschen werden auf der Baustelle beschäftigt sein. Hunderte von Arbeitern aus Osteuropa kommen  in der Hoffnung auf einen Job nach Stuttgart. Gleichzeitig sorgt der Umbau des Hauptbahnhofs für lange und komplizierte Wege, die besonders mobilitätseingeschränkte Reisende vor teils unüberwindbare Hindernisse stellen. Für viele Hilfebedürftigen wird die Bahnhofsmission Stuttgart die einzige feste Anlaufstelle am Bahnhof sein: Eine große Herausforderung, für die die Einrichtung auch dank Spendengeldern gerüstet ist.

Bis zu zehn Jahre kann es dauern, bis aus dem Stuttgarter Kopfbahnhof ein unter die Erde verlegter Durchgangsbahnhof geworden ist. Während dieser Zeit muss die Bahnhofsmission umziehen – vielleicht sogar mehrfach. Die nächsten Jahre werden also aus vielen Gründen eine besondere Herausforderung für die Stuttgarter Einrichtung, die mit den bisher zur Verfügung stehenden ohnehin knappen finanziellen und personellen Mitteln nicht zu bewältigen sein wird.

Ausländische Arbeiter und hilfebedürftige Reisenden
Deshalb haben die beiden Träger der Bahnhofsmission, IN VIA auf katholischer Seite und der Verein für Internationale Jugendarbeit vij auf evangelischer, zwei neue Stellen geschaffen. Unterstützt werden sie dabei durch die Diözese Rottenburg-Stuttgart und die Ev. Landeskirche Württemberg. Diplom-Sozialpädagogin Sarah Heinrich (29) wird für vorerst zwei Jahre die Betreuung der Arbeiter und Besucher des Stuttgarter Hauptbahnhofs koordinieren. Ihre Kollegin, Heide Abendschein (48), wird vor allem im Dienst am Bahnhof als direkte Ansprechperson für hilfebedürftige Reisende zur Verfügung stehen.

 

Spenden sichern Qualifizierung Ehrenamtlicher für schwierige Aufgabe

Dank Spendengeldern konnten weitere wichtige Voraussetzungen für die bevorstehende Mammutaufgabe bereits in Angriff genommen werden: Qualifikationsmaßnahmen und die Gewinnung von zusätzlichen Ehrenamtlichen. Durch Schulungen werden die neuen Mitarbeitenden auf ihre Arbeit professionell vorbereitet, darüber hinaus müssen alle Mitarbeitenden der Bahnhofsmission Stuttgart für die teils neuen Aufgaben fortgebildet werden.

Sprachliche und rechtliche Kenntnisse notwendig
Um die vielen ausländischen Arbeiter aus zumeist osteuropäischen Ländern bei ihren Sorgen und Nöten unterstützen zu können, sind interkulturelle Kompetenzen sowie Sprach- und Rechtskenntnisse notwendig. Gleichzeitig müssen die Mitarbeitenden ständig über aktuelle Kenntnisse zu den Umbaumaßnahmen verfügen, die Folgen nicht nur für mobilitätseingeschränkte Reisende kennen und allgemein die Interessen von Menschen mit Behinderungen vertreten können. Zudem muss bei einer Baustelle dieser Größenordnung mit Unfällen gerechnet werden sowie mit Problemen wie Lohndumping und Arbeitsausbeutung oder Zwangsprostitution, darüber hinaus dauern die Proteste gegen das umstrittene Projekt an: Deshalb wird nicht selten Krisen- und Konfliktmanagement gefordert sein.

Auf die Mitarbeitenden der Bahnhofsmission Stuttgart wartet eine große Aufgabe. Nur dank freiwilligem Engagement und Spendengeldern kann die Einrichtung während des Umbaus eine sichere Anlaufstelle für Menschen in besonderen Lebenslagen sowie Warte- und Schutzraum am Bahnhof sein. [Anne Kunzmann/Sarah Heinrich]

Ihr Weg zur Bahnhofsmission Stuttgart

Wer Hilfe beim Reisen am Stuttgarter Hauptbahnhof benötigt oder die Bahnhofsmission durch ehrenamtliches Engagement oder Spenden unterstützen möchte, wendet sich bitte an:

Bahnhofsmission Stuttgart
Tel.: 0711 29 29 95
E-Mail: stuttgart@bahnhofsmission.de


 
Zur Spendenprojekte-Übersicht