5. MÄRZ 2015

Mehr wert als ein Schattendasein

FREIBURG/BERLIN. Der katholische Frauenverband IN VIA macht sich anlässlich des Weltfrauentages stark für Frauen und Mädchen, die oft schon jahrelang ohne Aufenthaltspapiere in Deutschland leben. Mit seiner Kampagne „Mittendrin. Ohne Rechte.“ fordert der Verband, die Frauen aus der Rechtlosigkeit zu holen.

 

 

Bis zu 500.000 Menschen leben nach Schätzungen von Hilfsorganisationen ohne Aufenthaltspapiere in Deutschland. Sie kommen wegen der schlechten wirtschaftlichen Lage in ihren Herkunftsländern oder sie bleiben nach Ablauf ihrer Aufenthaltsgenehmigung hier, weil sie Sicherheit oder neue Lebensperspektiven gefunden haben. Frauen arbeiten oft als Haushaltshilfe oder in anderen ungesicherten Beschäftigungsverhältnissen. Manche werden unter Vorspiegelung falscher Tatsachen nach Deutschland angeworben und landen in Zwangsarbeitsverhältnissen, auch in der Prostitution.

Irme Stetter-Karp, Vorsitzende von IN VIA Deutschland verdeutlicht: „Die meisten Frauen bestreiten ihren Lebensunterhalt mit den ihnen zur Verfügung stehenden Arbeitsmöglichkeiten. Sie fallen nicht auf, da sie alles tun, um nicht entdeckt zu werden. So meiden sie Bahnhöfe oder andere öffentliche Plätze, wo sie Gefahr laufen, kontrolliert und ausgewiesen zu werden.“

IN VIA macht mit der Kampagne „Mittendrin. Ohne Rechte.“ auf das Schattendasein dieser Frauen aufmerksam und fordert die Politik und Gesellschaft auf, Lösungen zu finden. Die Frauen haben ein Recht auf ein Leben in Würde. Sie leben mitten unter uns – sie arbeiten, verdienen Geld, brauchen Wohnraum, bekommen Kinder, werden krank, altern. „Sie haben Anspruch auf medizinische Versorgung und eine gerechte Entlohnung für geleistete Arbeit“, so Stetter-Karp. Vor allem fordert IN VIA, ihnen nach mehreren Jahren Lebens in Deutschland einen legalen Aufenthaltsstatus zu ermöglichen, wenn sie nachweisen können, dass sie für ihren Lebensunterhalt selbst aufkommen. [Elise Bohlen, Bundesreferentin, IN VIA Katholischer Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit Deutschland e. V.]


Mehr Infos unter: www.invia-deutschland.de/presse/kampagne-2015/


 
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