14. SEPTEMBER 2025

Gedanken zum 13. Sonntag nach Trinitatis

"Christus spricht: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan"  (Matthäus 25,40b)

 

In diesem Bibeltext geht es darum, Hilfebedarfe zu erkennen und Unterstützung gleich welcher Art wertzuschätzen. Jeder Christ soll anderen Menschen dienen - er soll Gutes tun. Mehr...

 

Der eigentlich so einfache Text aus Matthäus 25, 40 b beschreibt das weite Feld christlicher Wohltätigkeit.

Damit geht es nicht nur uns alle an, insbesondere werden hier Daseinsberechtigung und Inhalte der Bahnhofsmissionen definiert. Wir lassen unseren Gästen Hilfe und Zuwendung zukommen und das natürlich ohne Ansehen der Person. Es spielt keine Rolle, warum Menschen Hilfe suchen resp. in Not geraten sind.

 

Gutes zu tun umfasst dabei mehr als ein Getränk oder eine Scheibe Brot sondern es geht auch darum, dem Nächsten zuzuhören, zu beraten oder an Hilfeeinrichtungen im diakonischen Umfeld weiter zu vermitteln.

 

Warum helfen wir? Die Antwort steht in Matthäus 25, 40 :. Christus erklärt sich solidarisch mit denen, die in Not geraten sind. Auch wir zeigen Gastfreundschaft und machen Hilfe in unseren Gästeräumen erlebbar.

Bahnhöfe sind Orte des Ankommens, des Losfahrens oder der vielfältig Gestrandeten. Auf vielen kleinen wie großen Bahnhöfen herrscht ein ständiges Kommen und Gehen. Bahnhöfe und natürlich die Bahnhofsmissionen sind Querschnitte der Gesellschaft und zugleich Seismographen einer sich ver- ändernden sozialen Not in Deutschland.

 

Wir in den Bahnhofsmissionen vertrauen tagtäglich auf unsere Erfahrungen im wohltätigen Handeln und versuchen aus christlicher Überzeugung mit Engagement, pragmatischem und humanitärem Han- deln zu dienen.

 

Sicherlich ist es kein Zufall, dass wir für die in dieser Woche stattfindende Jahrestagung der Bahnhofsmission genau diesen Text aus Matthäus 25, 40 b als Arbeitstitel gewählt haben. Hier wollen wir aktuelle Problemstellungen mit einer steigenden Zahl von Gästen und neuen Hilfeanfragen diskutieren sowie Handlungsempfehlungen und Ideen erarbeiten, die aber sicherlich etwas konkreter und zielführender sein sollten als Altbundeskanzlerin Dr. Andrea Merkel es vor nunmehr 10 Jahren formulierte, als sie als Problemlösung einfach sagte: „Wir haben so vieles geschafft. Wir schaffen das!“

 

Machen wir uns also ehrlich und stärken uns gemeinsam, damit barmherzige Hilfe und Dienst am Nächsten erlebbar und erfüllend für uns alle ist und bleibt.

 

Eine tolle Woche und alles Gute. Bleiben Sie gesund!

 

Günter Hentschel

Mitglied im Vorstand des

Verbandes der Deutschen Evangelischen

Bahnhofsmission e.V.