23. NOVEMBER 2025

Gedanken zum letzten Sonntag des Kirchenjahrs 

"Lasst eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen!"  (Lukas 12, 35)

 

Jesus ist auf dem Weg, unterwegs von Dorf zu Dorf und von Stadt zu Stadt – damals noch zu Fuß, denn es gab noch keine Züge, in die Menschen einsteigen und zueinander reisen konnten.

 

Jesus lebt wie viele andere Menschen damals in der Erwartung, dass die Weltgeschichte alsbald ein Ende haben wird. Es ist aber ungewiss, wann es zu Ende sein wird. So fordert Jesus die Menschen und erst recht seine unmittelbaren Jünger und Jüngerinnen dazu auf: Seid wachsam! Wachsamkeit bedeutet, genau darauf zu schauen, was passiert und was noch zu erwarten ist.

 

Schauen auch wir heute genau hin, was um uns herum geschieht?

… bei unseren Freunden, in der Familie, in der Bahnhofsmission?

 

Jesus vergleicht im Spruch des heutigen Tages die Wachsamkeit mit der Wachsamkeit der Knechte, die auf ihren Herrn bei der Rückkehr von einer Hochzeit warten. Sie wissen nicht, wann der Herr von der Hochzeit zurück kehrt, wie lang die Feier geht wird. Diese Aufforderung ist sicherlich eine, die den damaligen Menschen bekannt sein wird. Auch die Erfahrung, dass nicht alle Knechte sich an diese übliche Arbeitsanweisung gehalten haben.

 

Wie wachsam sind wir heute?

Wie ist unser Arbeitsethos als Ehrenamtliche?

 

Wenn der Knecht wachsam ist und dem Herrn die Haustür öffnet, wird er eine wundersame Erfahrung machen, so die Ankündigung Jesu: Der Herr, der gerade von der Hochzeit zurück kehrt, wird sich selbst gürten und „sie am Tisch Platz nehmen lassen und sie der Reihe nach bedienen.“ (Vers 37) Darin steckt das Wundersame des neuen, dann sich vollendenden Reich Gottes  - nicht so sehr das Gericht halten, sondern die endgültige Umkehrung der Verhältnisse, wie sie bisher die Menschen erlebt haben.

 

Erwarten wir noch die Umkehrung der Verhältnisse?

Erhoffen wir noch, dass die Gäste der Bahnhofsmission nicht mehr am Rand,

sondern im Zentrum der Bemühungen für eine bessere Welt stehen?

Sind wir wachsam, so dass wir den „Herren von heute“ die Türen öffnen,

damit sie die Welt sehen, wie sie ist?

 

Peter Nagel

Ehrenamtlciher Bahnhofsmission Mobil 

Hildesheim