"Jesus Christus gestern und heut und derselbe auch in Ewigkeit" (Hebräerbrief 13,8)
Dass Jesus Christus zur christlichen Tradition gehört, wissen auch die Leute, die mit dem Glauben nichts am Hut haben. Er wird zumeist als guter Mensch angesehen, der vor 2000 Jahren Gutes an anderen Menschen getan hat, vielleicht nimmt man ihn sogar als Vorbild für gute Taten, die anderen Menschen helfen.
Selbst der Koran sagt in Sure 6,84 über Jesus gesagt, dass er mit zu den Rechtschaffenen gehört. Jedoch sind Jesus und Adam vor Gott nach der Darstellung des Koran gleich, also wirkliche Menschen. Was soll Jesus mehr sein als ein vorbildlicher Mensch, den man sich zum Beispiel nehmen kann, vielleicht auch als Motivation? Was war er gestern, was ist er heute und was wird er bis in alle Ewigkeit sein?
Wir sind bei diesen Gedanken beim Herzstück des christlichen Glaubens. Jesus hat als Mensch gelebt. Das war gestern. Er ist aber durch seine Auferstehung auch wie Gott, mit all dem, was Gott ausmacht. Er ist derjenige, der Lebensperspektive schenkt, der Grund zur Zuversicht ist, der nicht an den Ereignissen des Lebens verzweifeln lässt, sondern uns Menschen etwas gibt, das keine Ideologie, keine Erkenntnis, kein eingeübtes Ritual geben kann: eine umfassende Geborgenheit im Leben und im Sterben. Wer in dieser Geborgenheit lebt, hat einen inneren Halt, der auch durch die schwierigsten Tage hindurchträgt.
Am Anfang eines Jahres nimmt man sich gewöhnlich einiges vor. Dieses neue Jahr hat aber auch schon seine Schatten vorausgeworfen, bevor es begonnen hat. Der Glaube an Jesus Christus lässt diese Schatten ebenso wahrnehmen, aber er behält demgegenüber die Oberhand. Das setzt Kräfte frei, all dem mit Hoffnung auf einen letztlich guten Ausgang zu begegnen, das auf uns zukommt. Was auch immer geschieht, Jesus Christus, die Gegenwart der Liebe Gottes in unserem Leben, ist unvergänglich. Darauf können wir uns mit allen Sinnen verlassen.

Pfr. i. R. Klaus-Dieter Kottnik
Vorsitzender Bahnhofsmission Deutschland
