08. MÄRZ 2026

3. Sonntag der Passionszeit Occuli 

Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes (Psalm 25,15)

 

In Sodom brennt’s! Die ganze Stadt steht lichterloh in Flammen und Lot und seine Familie wollen die Stadt verlassen. Gott ermöglicht ihnen, den Flammen zu entkommen, weist die Familie jedoch an, nicht zurückzuschauen.

Lots Frau aber dreht sich um und schaut auf die brennende Stadt. Daraufhin erstarrt sie zur Salzsäule.

 

Vielleicht haben Sie diese biblische Geschichte schon mal gehört. Und vielleicht finden Sie, dass Gott ein bisschen überreagiert, wenn er Lots Frau zur Salzsäule erstarren lässt, nur weil sie sich nochmal umdreht.

Was ist schon dabei, auf das zurückzuschauen, was einem lieb war?

 

Zurückschauen meint, emotional in die Vergangenheit zu reisen. Man erinnert sich an die gute alte Zeit, an das Lieb-Gewonnene, hält fest an dem, was gewesen ist.

Mit dem Blick zurück gibt’s kein Blick nach vorn.

Genau diese Ausrichtung auf die Zukunft ist es aber, die es braucht für das Reich Gottes – so wird es auch im Lukasevangelium formuliert. Es ist wenig hilfreich, zurückzuschauen und sich an das Vergangene zu hängen, weil das Vergangene nicht unbedingt die Antworten für die Zukunft bereithält.

 

In der Fastenzeit übe ich, mein Blick auf die (ungewisse) Zukunft auszurichten und dorthin zu schauen, wo noch nichts ist, aber hoffentlich viel kommt. Ich probiere mal aus, wie es ist, wenn ich nicht so sehr an meinen Gewohnheiten, den Bequemlichkeiten und dem Vertrauten klebe. Stattdessen versuche ich einen mutigen Schritt herauszutreten aus meiner eigenen Komfortzone in die unsichere Zukunft. Und ich hoffe, genau dort etwas vom Reich Gottes zu entdecken.

Stephanie Feder

Geistliche Beirätin IN VIA Deutschland