22. MÄRZ 2026

5. Sonntag der Passionszeit

Schaffe mir Recht, Gott! (Psalm 43,1)

 

So startet der Psalm 43 mit einem typischen Hilferuf für einen Beter. Er oder sie hat eine konkrete Notlage vor Augen, zumeist bedrängt von anderen Mitmenschen.

 

Im ersten Vers geht es zunächst weiter mit: „und führe meinen Rechtsstreit gegen ein treuloses Volk!“ Damit steht der Beter allein gegen das ganze Volk. So könnte der Beter zugleich einer der Propheten sein, der wie Jeremia allein ist, sogar in die Wüste vor seinen Widersachern fliehen muss. Der Beter steht in dem festen Glauben, Gott auf seiner gerechten Seite zu haben. Denn wenn ein Volk treulos ist, geht es nicht um einen Glauben an Gott an sich, sondern es hat immer mit einem Glauben an einen Gott zu tun, der den Schrei der Armen und Unterdrückten hört und erhört.

 

Und die zweite Hälfte lautet: „Rette mich vor den bösen und tückischen Menschen!“

Da Psalmen sehr häufig die selbe Situation mit zwei ähnlichen Aussagen umschreiben, nur eine etwas andere Wortwahl benutzen, aber das Gleiche meinen, wird hier betont: Ich sehe im treulosen Volk die einzelnen Menschen, die sich bewusst falsch gegenüber mir verhalten.

 

Die Hilfe und Rettung ist noch nicht erlebt. Der Beter hofft auf den „Gott meiner Zuflucht“, er möge sein Licht und seine Wahrheit senden, die ihn leiten (Verse 2 bis 3) und so aus der Not herausführen soll.

 

Die Stamm-Gäste in den Bahnhofsmissionen vor Augen frage ich mich: Wen erleben Sie heute als böse und tückisch? Wen würden wir heute als treulos bezeichnen? Würden sie oder wir heute genauso oder anders beten?

 

Freut euch und legt weiter los, liebe Freund*innen der Bahnhofsmission!

Peter Nagel

Ehrenamtlicher Bahnhofsmission Mobil

Hildesheim