Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn gtlauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben (Johannes 3,16)
Dieser Text ist einer der bekanntesten Verse in der Bibel. Es ist das Herzstück des christlichen Glaubens - des von Liebe geprägten Zusammenlebens überhaupt. Dieser Vers betont Gottes Liebe zu der Welt und zu uns - aber warum? Es fällt uns allen oftmals schwer für einander da zu sein und einander zu lieben. Was also sollte Gott an der Welt bzw. an uns lieben? Liebt er uns wegen unserer Frömmigkeit, unserer Bibelfestigkeit oder wegen der Mitarbeit in einer christlichen geprägten Institution wie der Bahnhofsmission?
Wenn Gott liebt, ist diese Liebe ausgerichtet auf uns - auf unser Tun und unser Handeln. Jesus musste leiden und sterben, damit wir leben können. Genau dies soll und muss unser Ansporn sein, Liebe zu geben und Barmherzigkeit zu zeigen. Dieser Vers des Evangeliums fordert uns indirekt dazu auf, auch für das Wohl unserer Mitmenschen zu sorgen - sei es durch praktische Hilfe wie in der Gästebetreuung oder durch die emotionale und geistliche Unterstützung in der Seelsorge. Soziale Nähe und Teilhabe sind zentrale Werte, die den Menschen in den Mittelpunkt stellen und versuchen, auch diejenigen nicht auszugrenzen, die sich einsam oder abgehängt fühlen. In einer Gesellschaft, die von Glaube und Nächstenliebe geprägt ist, sollte es genau darum gehen: Menschen an dem Glauben und der Gemeinschaft teilhaben zu lassen, damit sie nicht verloren gehen, sondern das Gefühl der Zugehörigkeit und des Verständnisses erfahren.
Die Bahnhofsmission ist ein Beispiel für eine solche praktische Umsetzung des Glaubens: Hier bieten Menschen, die sich von Gott geliebt wissen, ihre Zeit und Ressourcen an, um Menschen in Not zu unterstützen – sei es durch ein offenes Ohr oder durch praktische Hilfe. Die wachsende Armut und die erhöhten Gästezahlen in den Bahnhofsmissionen zeigen uns täglich von neuem die Notwendigkeit auf, dort zu helfen, wo es wichtig ist. Auch zu Ostern sollten wir uns an diese Tugenden und christlich geprägten Aufgaben erinnern und Gottes Liebe erbitten und weitergeben. Jeden Tag.
Für die Osterfeiertage 2026 wünsche ich allen diese Gabe sowie positive Erfahrungen und Rückmeldungen. Bleiben Sie engagiert und nutzen die Zeit. In diesem Sinne alles Gute und bleiben Sie gesund.

Günter Hentschel
Stellv. Vorsitzender
Bahnhofsmission Deutschland e.V.
Ehrenamtlicher, Bahnhofsmission Osnabrück
