Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben. (Johannes 10,11a.27-28a)
„Christus spricht“ – wer ist oder war dieser Christus eigentlich?
Die Übersetzungen sagen: der Gesalbte, der Messias und der Sohn Gottes. Welch starker Anspruch!
Dieser Christus macht hier eine ICH –Aussage. In meiner Ausbildung als Bahnhofsmissionar habe ich gelernt, das Ich-Aussagen nicht anzweifelbar sind. Wenn der Gast sagt, „Ich habe Hunger.“ zweifeln wir das nicht an. Er hat die höchste Kompetenz, eine Aussage über sich selbst zu machen. Wir können als Gastgeber Stellung dazu beziehen, darauf reagieren, aber anzweifeln steht uns nicht zu.
Christus sagt von sich, dass er „der gute Hirte“ ist. In den darauffolgenden Sätzen wird erklärt, dass ein guter Hirte konsequent für seine Schafe zuständig ist. Konsequent bis in den eigenen Tod!
„Meine Schafe hören meine Stimme“ – es gibt da eine Geschichte, in der in großem Stil Schafe gestohlen worden. An der Grenze sollte einer der Schäfer beweisen, welche Tiere aus der großen beschlagnahmten Herde seine sind. Der Schäfer rief seine Tiere und sie lösten sich aus der großen Herde und versammelten sich bei ihm. Was für ein schönes Bild. Alle gestohlenen Schafe hörten die Stimme des Schäfers. Aber seine Schafe reagierten und kamen zu ihm. Weil sie seine Stimme kennen, weil sie in einer guten Beziehung zu ihm sind.
Und was hat der Schäfer dann mit seinen Schafen gemacht? Sicherlich hat er sie nach Hause transportiert auf ihre Weide, in ihren Stall aus dem sie gestohlen wurden. Ist nun alles gut?
Naja, irgendwann ist auch so ein tolles Schafsleben zu ende.
Dieser Christus macht „seinen“ Schafen ein anderes Versprechen. Er „gibt ihnen das ewige Leben“.
Ich habe die größte Hochachtung vor Frauen, die Kinder zur Welt gebracht haben. Meine Mutter, meine Frau, unsere Töchter haben neues Leben geboren. Was für eine Leistung!
Gleichzeitig weiß ich, dass meine hochbetagte Mutter, meine Frau und auch meine Töchter und Enkeltöchter diese Welt verlassen müssen. Sie werden eines Tages sterben. Das ist bitter.
Dieser Christus sagt den Schafen seiner Herde etwas Anderes zu. „Ewiges Leben“ Es gibt ein Leben nach dem Tod. Christus hat dieses selber vorgemacht. Die Schafe seiner Herde (man nennt sie Christen) haben das vor zwei Wochen gefeiert, zu Ostern.
Als Schaf Seiner Herde, als Christ kann ich bestätigen, dass diese Zusage des ewigen Lebens hilft, das Sterben von Gästen, Freunden oder Familienangehörigen zu ertragen, es auszuhalten. Auch mein eigener unausweichlicher Tod wird so erträglicher. Hilfreich, ja unbedingt überlebensnotwendig ist da die Beziehungspflege zum guten Hirten und gut hinzuhören auf seine Stimme zum Beispiel in der Bibel. Hier findet sich auch fast ganz am Ende in der Offenbarung, Kapitel 21 Verse 1 bis 4 eine wunderschöne Beschreibung, wie es sein wird im „ewigen Leben“.

Constantin Schnee
Leiter der Bahnhofsmission Halberstadt
