26. APRIL 2026

Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur, das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden (2. Korintherbrief 5,17)

 

„Vom Saulus zum Paulus“ – Eine kurze, umgangssprachliche Formel für starke Veränderung oder einen krassen Meinungswechsel. Paulus beschreibt seine eigene, biografische Wandlung in seiner Haltung. Ist ein radikaler Bruch für die Arbeit der Bahnhofsmissionen denkbar und eventuell sogar notwendig?

 

Die Rasanz, mit der in den letzten Jahren technologischer Fortschritt stattfindet, macht es kaum möglich, sich Veränderungen zu entziehen. Zumal die Verknüpfung von Technik und Sozialem – Stichwort social media – ganz tief in unsere zwischenmenschlichen Beziehungen eingreift. Alternativ zum „entweder/oder“ gibt es aber auch ein „sowohl/als auch“. Paulus änderte seine Meinung zum Christentum radikal. Dennoch gab er sein bisheriges Leben nicht auf. Als Pharisäer nutzte er seine Eigenschaften, um das Evangelium zu verbreiten. Zeitlebens blieb er Textilarbeiter. Er vereinte somit Kontinuität als auch den Bruch und Neuanfang.

 

Ein Blick in das Archiv der Bahnhofsmission bestätigt dies: Bilder von displaced persons in den Wirren der Nachkriegszeit. Das Ankommen der Gastarbeiter. Die vor Krieg flüchtenden Ukrainer. Die Arbeit mit Reisenden verdeutlicht: die Personengruppen mögen sich ändern, dass Angebot der Bahnhofsmission bleibt kontinuierlich bestehen. Aufbruch und Neuanfang erleben wir, wenn bspw. Technik wie Laptop oder Smartphone unsere Seelsorge und Beratung erleichtern und alte Methoden ablösen.

Robert Klebes

Leiter der Bahnhofsmission Freiburg