17. MAI 2026

6. Sonntag nach Ostern - Exaudi (Höre)

"Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen" (Johannes 12,32)

 

Obwohl wir uns in der nachösterlichen Zeit befinden, geht der heutige Text noch einmal zurück, und zwar in die Zeit bevor Jesus mit seinen Jüngern das Passah-Fest feiert. Stellen wir uns vor, 2 Freunde von Jesus reflektieren das Erlebte, ungefähr so könnte es gewesen sein: 

 

Andreas: „Mich hat die Situation damals vollkommen überfordert. Du, Philippus, bist zu mir gekommen, weil diese Griechen unbedingt Jesus sehen wollten. Dann sind wir beide zu Jesus gegangen und er hat sie gar nicht empfangen, sondern unverständliches Zeug gesagt.“

 

Philippus: „Woran genau erinnerst du dich, was Jesus gesagt hat?“

 

Andreas: „ ‚Das Weizenkorn muss sterben, wer sein Leben liebt wird es verlieren, meine Seele ist erschüttert, Vater verherrliche deinen Namen‘. Ich habe davon nichts kapiert. Aber dann kam eine Stimme vom Himmel oder jedenfalls von irgendwo und sagte: ‚Ich habe ihn bereits verherrlicht.‘ Das war irre.“

 

Philippus: „Ich erinnere mich. Es war ziemlich, laut, so wie Donnern. Und dann sagte Jesus noch etwas von ‚die Großen der Welt werden hinausgeworfen, und er selber -also Jesus- werde erhöht werden und alle zu sich ziehen‘. Das habe ich damals auch nicht verstanden.“

 

Andreas: „Dann die Kreuzigung, das war Schrecklich.“

 

Stille.

 

Philippus: „Aber nun ist Jesus auferstanden, er hat mit uns gegessen, uns seine Wunden gezeigt, uns noch einmal alles erklärt. Das hat sich so gut angefühlt. Es schien, der Tod ist nicht das Ende, sondern ein neuer Anfang.

 

Andreas: „Auch wenn ich damals nicht alles verstanden habe, so fühle ich mich jetzt ganz zu Jesus hingezogen. In mir ist tiefer Friede eingekehrt, insbesondere seit dem Tag, als er uns anhauchte und uns den Heiligen Geist gab. Für mich heißt es, dass ich dadurch immer mit ihm verbunden sein kann, auch wenn ich ihn nicht sehen kann.

 

Philippus: „Was für ein großes Geschenk! Er hat tatsächlich alle von uns zu ihm gezogen. Lass uns daher anderen davon erzählen, dass auch sie sich mit Jesus verbunden fühlen und tiefen Frieden erleben können.“

Gabriele Melchior

Fortbildnerin der Bahnhofsmission