BAHNHOFSMISSION DÜSSELDORF

Bahnhofsmission Düsseldorf

Ein Stadtteil füllt eine Wunderkammer

 „In diesem Jahr bin ich durch das Wunderkammer-Projekt so glücklich gewesen wie lange nicht“, so ein Stammgast der Bahnhofsmission Düsseldorf, der mit seinem „Ikarus“ ein eigenes Werk für die Wunderkammer beisteuerte. Denn ja, es gibt sie noch, die Wunderkammern. Früher wurden sie von Königen und Fürsten eingerichtet, Mehr... um exotische Pflanzen und Tieren auszustellen, jetzt gestaltete die Bahnhofsmission Düsseldorf eine besondere Wunderkammer zusammen mit ihren Gästen, Nachbarn, Kooperationspartnern und Besuchern des Bahnhofsviertels. 

 

Die Künstlerinnen Irene und Christine Hohenbüchler entwickelten das Konzept mit, motivierten die Teilnehmenden und begleiteten den Arbeitsprozess in mehreren Workshops. Joseph Beuys hat einmal gesagt: „Die Mysterien finden im Hauptbahnhof statt.“ Dazu Barbara Kempnich, Leiterin der Bahnhofsmission: „Von diesem Satz haben wir uns inspirieren lassen.“ Viele der Kunstwerke sind aus Materialien entstanden, die im und um den Bahnhof herum zu finden waren. Wie der „Ikarus“, der auch weiterhin zu sehen sein wird, sind alle Kunstwerke sowie die dazu erstellten Texte fotografisch festgehalten. Sie werden die Abschlussdokumentation bebildern.

 

Für Barbara Kempnich hat sich mit diesem über zwei Jahre dauernden Projekt bestätigt: „Kunst ist Seelsorge.“ Für sie und die Mitarbeitenden war zu erleben, dass die Gestaltung der Wunderkammer sowohl für die Aktiven, zu denen viele Stammgäste der Bahnhofsmission gehörten, als auch für die späteren Betrachter „heilsam war; hier ging es ganz viel um Würde, die gelebt wurde, wenn Menschen, die es nicht leicht haben, aus ihrer passiven Rolle heraustreten und Gestalter ihres Lebensortes werden konnten, als Kunstschaffende Respekt bekamen“, so Barbara Kempnich.

 

Hervorgegangen ist das Wunderkammer-Projekt aus der Quartiersarbeit, die die Bahnhofsmission 2015 mit einem Quartiersfest mit sozialen, kulturellen und kirchlichen KooperationspartnerInnen eröffnet hatte. Möglich gemacht wurde es durch Spenden, die eine Stelle von acht Wochenstunden finanziert haben, damit das Projekt neben dem laufenden Tagesgeschäft organisiert und betreut werden konnte. Gelungen ist dabei vieles: Bewohner und Besucher des Bahnhofsviertels konnten das Quartier mit anderen Augen anschauen. Menschen, die sich sonst nie begegnet oder einfach aneinander vorbei gelaufen wären, haben zusammen gearbeitet, eine gemeinsame Ausstellung erschaffen, sind sich so neu und respektvoll begegnet. Der Raum rund um den Bahnhof wurde als Gestaltungsraum erlebt und aktiv genutzt. Dadurch, dass das Wunderkammerprojekt in das interdisziplinäre Kunstprojekt „Von fremden Ländern in eigenen Städten“ eingebunden war, wurden die Wunderkammer und damit auch die Gäste und die Arbeit der Bahnhofsmission von einem großen Personenkreis wahrgenommen.

 

An dem von Markus Ambach kuratierten Kunstprojekt wirkten unter anderem Katharina Sieverding, Neil Beloufa, Ines Doujak, John Miller, Paloma Varga Weisz , das Schauspielhaus Düsseldorf, das Forum Freies Theater, das Tanzhaus NRW, die Filmwerkstatt und das Literaturbüro NRW mit. „Durch das Projekt und die Kooperationen hat die Bahnhofsmission in Düsseldorf in Kulturkreisen und in der Stadtpolitik einen ganz anderen Stellenwert bekommen“, resümiert Barbara Kempnich. [Erny Hildebrand]

 

Ihr Weg zur Bahnhofsmission Düsseldorf:

Wer Hilfe am Bahnhof Düsseldorf benötigt oder die Bahnhofsmission durch ehrenamtliches Engagement oder Spenden unterstützen möchte, wendet sich bitte an:

 

Bahnhofsmission Düsseldorf Tel.: 0211/362828

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