Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat. Psalm 103,2
„J’ai commencé a la gare“
Ich habe am Bahnhof angefangen.
Er wollte immer schon Klavier spielen. Die familiären Umstände und Bedingungen haben es nicht ermöglicht. Aziz Hammedi lebt in Frankreich und stammt aus einer algerischen Einwandererfamilie.
Als er 19 Jahre ist, steht es vor ihm, das Klavier im Bahnhof Grenoble:
„C’était le premier piano, que j’ai touché.“
Das erste Klavier, das ich berührt hatte.
„C’était incroyable comment ca sonnait. …“
„Unglaublich, wie das klingt! Ich bin immer wieder gekommen, um spielen zu können.“
Heute ist er international bekannt und hat eine Musikerkarriere vor sich.
„Ich habe am Bahnhof angefangen“
oder zumindest Station gemacht. So ein Satz überschreibt viele Geschichten und Lebensläufe, die Mitarbeitende in den Bahnhofsmissionen miterleben, von denen sie erzählen können.
Vielleicht, wahrscheinlich, ganz bestimmt sind es nicht immer solche Erfolgsgeschichten. Aber „am Bahnhof anfangen“, irgendwann Gast in einer Bahnhofsmission gewesen sein, kann der Beginn von etwas Neuem sein.
Dieses Bild fasziniert mich:
„Da steht ein Klavier. Das verändert mein Leben. Nachhaltig.“
Zu wünschen wäre allen, die in eine vertrackte Situation geraten sind, denen es nicht gut geht, die verzweifelt sind, heruntergekommen, traurig, einsam, hoffnungslos, dass auch für sie „ein Klavier dasteht“ und sie es bespielen können. Und dieses „Klavier“, diese Begegnung, dieser Umstand ihnen hilft, etwas an der eigenen Situation zu verändern – am besten nachhaltig zum Besseren.
Und hinterher singen* sie vielleicht:
„Oh Bahnhofsmission, oh Bahnhofsmission,
Gerettet hat mich diese Frau
Sie war so nett und sie trug blau.
Ein Segen, dass es sie da gab die Bahnhofsmission.“
(*Melodie: O Champs Elysee“)
Und sagen sich:
Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.

Barbara Ziegler
ehem. Geschäftsführerin Deutsche Evangelische Bahnhofsmission
Landesgruppe Niedersachsen, Hannover
